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Zeugenbegleitung der Justiz

Verletzte und Geschädigte, die in Strafverfahren als Zeugen_innen bzw. Neben­klä­ge­r_in­­nen auftreten, können sich für Beratung und Hilfe inzwischen an ein tragfähiges Netz von Opferberatungen und Zeugenbetreuungsstellen wenden. Sie haben nach der Tat Gelegenheit, über ihre Ängste zu sprechen und können sich zum Ablauf ei­nes Strafverfahrens (Gang des Strafverfahrens), zu ihren Rechten und Pflichten als Zeuge_in bzw. Nebenkläger_in, zu Entschädigungsmöglichkeiten beraten sowie zur Gerichts­ver­handlung begleiten lassen.

 

Wichtig! Wenn Sie bedroht worden sind, informieren Sie bitte unabhängig von der etwaigen Kontaktaufnahme zu einer Zeugenbetreuung unbedingt Polizei, Staatsanwaltschaft oder das Gericht.

 

Doch auch die Justiz selbst begleitet Zeugen/innen (ausgenommen einer Rechts­beratung) im Bedarfsfall. Bei den Gerichten können sie Antworten auf allgemeine Fragen zur Zeugenpflicht und zum Verfahrensablauf sowie Orientie­rungshilfen und Begleitung in den Gerichtssaal erhalten. Die Gerichte werden auch versuchen, eine Kinderbetreuung während der Vernehmung zu organisieren, wenn Zeugen/innen diese benötigen. Lassen sich die Betroffenen von Mitarbeiter_innen einer Beratungsstelle begleiten, übernehmen oder koordinieren diese viele organisatorische Aufgaben. Die Nutzung etwaiger Angebote ist freiwillig.

 

Wenn Kinder und Jugendliche Opfer einer Straftat geworden sind, und sie als Zeugen bei der Hauptverhandlung anwesend sein müssen oder wenn sie Beteiligte bei Familiengerichtsverfahren sind, kann es sinnvoll sein, im Vorfeld einen Gerichtssaal zu besichtigen oder gar ein Gespräch mit einem Richter oder einer Richterin zu vermitteln. Durch verminderte Ängste und Belastungen vor der Vernehmung ist oftmals auch eine Verbesserung der Aussagequalität möglich.

 

Erfahrene Mitarbeiter_innen von Zeugenbetreuungsstellen informieren im Zuge der psychosozialen Zeugenbetreuung das Gericht bereits im Vorfeld und stimmen geeignete Opferschutzmaßnahmen gemeinsam ab (z. B. Organisation eines Warteraums oder eines anderen Zugangs zum Gerichtssaal).

 

Verletzte und Geschädigte, die als Zeugen_innen oder Nebenkläger_innen auftreten, die keinen Rechtsbeistand bevollmächtigt haben oder keine psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch nehmen, sollten sich vertrauensvoll rechtzeitig direkt an das Gericht wenden und sich informieren lassen. In der Regel liegen in den Gerichten zudem Faltblätter bzw. Visitenkarten der Zeugenbegleitung und -beratung aus.

Zeugenbetreuungsstellen

Über die Thüringer Landgerichte (Erfurt, Gera, Meiningen, Mühlhausen) erhalten Sie Kontakt zu dem von Ihnen gesuchten Amtsgericht sowie Informationen über vorhandene Zeugenwarteräume und Ansprechpartner/innen zur Zeugenbetreuung im Gerichtsgebäude der Land- und Amtsgerichte.

 

Bitte beachten: Im Zeugenbetreuungsservice der Gerichte ist keine Rechtsberatung enthalten.

Landgericht Gera

Rudolf-Diener-Straße 2

07545 Gera

Telefon: 0365 / 834 11 99 oder 0365 / 834 13 07

 

Zum Landgerichtsbezirk Gera gehören die Amtsgerichte: Altenburg, Greiz, Gera, Jena, Bad Lobenstein, Pößneck, Rudolstadt, Saalfeld, Stadtroda.

Landgericht Erfurt

Domplatz 37

99084 Erfurt

Telefon: 0361 / 377 56 00 oder 0361 / 377 55 35

 

Zum Landgerichtsbezirk Erfurt gehören die Amtsgerichte: Erfurt, Apolda, Arnstadt, Ilmenau, Gotha, Sömmerda, Weimar.

Landgericht Meiningen

Lindenallee 15

98617  Meiningen

Telefon: 036 93 / 50 92 11 oder 036 93 / 50 91 32

 

Zum Landgerichtsbezirk Meiningen gehören die Amtsgerichte: Bad Salzungen, Eisenach, Hildburghausen, Meiningen, Sonneberg, Suhl.

Landgericht Mühlhausen

Schillerweg 59

99974 Mühlhausen

Telefon: 036 01 / 458 115 oder 036 01 / 458 231

 

Zum Landgerichtsbezirk Mühlhausen gehören die Amtsgerichte: Heilbad Heiligenstadt, Mühlhausen, Bad Langensalza, Nordhausen, Sondershausen.