Opferhilfe Thüringen - Startseite

Polizeilicher Opferschutz - was leistet er?

Foto: © www.weisser-ring.de

Keine Straftat ohne Opfer?!

Stimmt - aber nur, wenn bei einer Straftat ein Mensch an Leib, Leben oder Eigentum geschädigt wurde. Wer durch eine Straftat geschädigt wurde, ist ein Kriminalitätsopfer. Für Opfer von Straftaten ist die Polizei meist der erste Kontakt. Die Polizei ist somit ein wichtiger Träger des Opferschutzes.

Ziele des polizeilichen Opferschutzes sind:

  • im Verlaufe erforderlicher polizeilicher Ermittlungen Belange von Kriminalitätsopfern zu berücksichtigen
  • eine zusätzliche Schädigung, insbesondere kindlicher Opfer und Opfer von Sexualstraftaten sowie häuslicher Gewalt durch sekundäre Viktimisierung (also Schädigung durch die Ermittlungen selbst) zu vermeiden
  • Informations- und Weitervermittlungshilfe zu leisten
  • sicherheitstechnische und verhaltensorientierte Präventionsmaßnahmen gegen Kriminalität und Gewalt in gebotener Verhältnismäßigkeit anzubieten.


Die Landespolizeiinspektionen und ihre Dienststellen verfügen über speziell geschultes Personal zu Fragen des Opferschutzes. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen wichtige Kontakte und Verbindungen zu Behörden, Verbänden und Vereinen, die für spezielle Fragen des Opferschutzes zuständig sind. Auf Wunsch oder Anfrage vermitteln sie gerne an geeignete Unterstützungsangebote weiter.

Einige Landesinspektionen, wie z. B. Gotha, haben darüber hinaus Opferschutzbeauftragte als Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für allgemeine und spezielle Opferfragen berufen. Er ist zuständig für

  • die Koordinierung des Opferschutzes in der Landespolizeiinspektion sowie für die Information, Beratung und Unterstützung aller Mitarbeiter und Opfer in Belangen des Opferschutzes
  • den Aufbau und die Koordination örtlicher Netzwerke mit staatlichen und freien Trägern (Interventionsstellen) der Opferhilfe
  • die Mitarbeit in außerpolizeilichen Projekten und Gremien zum Thema Opferschutz/Opferhilfe
  • die Mitwirkung bei der Öffentlichkeits- und Medienarbeit


(Quelle: Polizeiinspektion Gotha)

Kriminalprävention

Darüber hinaus sind bei allen sieben Polizeiinspektionen in Thüringen (Erfurt, Jena, Gera, Gotha, Nordhausen, Saalfeld, Suhl) Beratungsstellen angesiedelt, die im Wesentlichen kriminalpräventive Aufgaben erfüllen.

 

Dazu gehören insbesondere eine verhaltensorientierte Beratung in nahezu allen Deliktfeldern (Einzel- und Gruppenberatungen, Informationsveranstaltungen, Vorträge u. a.) sowie technische Beratungen für Firmen, Institutionen und Privatpersonen zur mechanischen Sicherung und elektronischen Überwachung von Objekten, z. B.

  • sicherer Urlaub
  • Sicherheit rund um Geld und unbare Zahlungsmittel
  • technische Sicherungsmöglichkeiten
  • Schutz vor Haustürgeschäften und Trickbetrügern
  • Sicherheit rund um das Fahrrad und Kraftfahrzeug
  • Sicherheit im privaten Wohnbereich

 


Als dritte wichtige Aufgabe gehören Beratungen in Fragen des Jugendschutzes, soweit sie der Polizei übertragen sind. Dazu zählen:

  • Vorträge und Gesprächsrunden mit Schülern, Lehrern oder Eltern zum Thema Ursachen, Erscheinungsformen und Motive der Jugendkriminalität
  • Präventionsveranstaltungen mit/für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren zu verschiedenen Themen (Drogen, Gewalt, Zivilcourage, Internet,   Haustürgeschäfte, Trickdiebstahl u. a.)
  • Kriminalprävention im Kinder- und Jugendbereich (Verhinderung von Straffälligkeit)

Anhang

Bei den Polizeibehörden erhältliche Merkblätter:

  1. Merkblatt über Rechte von Verletzten und geschädigten im Strafverfahren
    http://www.thueringen.de/imperia/md/content/text/justiz/gueterichter/opfer-merkblatt_sachsen-anhalt.pdf

  2. Merkblatt und Anträge des Thüringer Verwaltungsamtes (TLVwA) zum Opferentschädigungsgesetz
    http://www.thueringen.de/th3/tlvwa/antraege/