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NEIN zu häuslicher Gewalt!

NEIN zu häuslicher Gewalt
Nicht wegschauen, helfen – Foto: © www.weisser-ring.de

Physische und psychische Gewalt gegenüber Dritten, insbesondere als häusliche Gewalt gegenüber Frauen und Kindern, sind immer Unrecht und erfordern ein klares "NEIN" der gesamten Gesellschaft. Die Maßnahmen der Thüringer Landesregierung gegen häusliche Gewalt wurden im Jahr 2002 und als Fortschreibung im Frühjahr 2006 vom Kabinett beschlossen. Damit hat die Thüringer Landesregierung ein deutliches Zeichen gesetzt. Gewalt wird auch im familiären Bereich nicht akzeptiert, sondern zieht staatliche Sanktionen für den Täter nach sich. Die Opfer häuslicher Gewalt, in der Regel Frauen und Kinder, werden vor weiterer Gewalt geschützt, allen Familienmitgliedern soll ein Leben ohne Gewalt ermöglicht werden.


Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass fast jede vierte Frau einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Lebenspartner erfährt. Die Kinder sind ebenfalls von häuslicher Gewalt betroffen, sie werden mittelbar oder unmittelbar Opfer der Auseinandersetzungen zwischen den Eltern und erleiden dadurch häufig körperlichen und seelischen Schaden. Kinder aus Gewaltbeziehungen sind stark gefährdet, im Erwachsenenalter die Verhaltensmuster ihrer Eltern zu übernehmen.


Um diese Entwicklung zu durchbrechen sind die Präventionsbemühungen auf allen Ebenen, in allen Politikbereichen wichtig. Nur mit einer breiten Unterstützung aller kann diesem gesellschaftlichen Problem begegnet werden.


Die Maßnahmen der Thüringer Landesregierung gegen häusliche Gewalt werden zu einer stärkeren Kooperation und Vernetzung aller beteiligten Berufsgruppen führen und zu einer größeren Innovationsbereitschaft und Übereinstimmung im Handeln beitragen. Es gilt neue Wege zu beschreiten und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben, um häusliche Gewalt nachhaltig zu verhindern.

Quelle: www.thueringen.de/de/gb/themen/gewaltgefra/content.html

Maßnahmen der Thüringer Landesregierung gegen häusliche Gewalt

Gewalttätigkeiten sind keineswegs typisch für Ehen, Familien oder den Erziehungsstil der Eltern. Dennoch kommt häusliche Gewalt in allen Kulturen, gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen vor, manche Betroffenen erleben sie ihr Leben lang. Häusliche Gewalt wird definiert als Gewaltstraftat zwischen Erwachsenen, die in einer verwandtschaftlichen Beziehung zueinander stehen, in einer häuslichen Gemeinschaft (ehelicher oder nichtehelicher Art) leben oder wenn diese häusliche Gemeinschaft sich in Auflösung befindet bzw. die häusliche Gemeinschaft bereits aufgelöst ist. Auch Kinder sind von häuslicher Gewalt betroffen. Sie ist nicht gleichmäßig über die Geschlechter verteilt, statistisch gesehen sind Frauen und Kinder mehrheitlich diejenigen, die Gewalt erleiden und Männer diejenigen die gewalttätig sind. Gewalt in der Familie wird nach wie vor in der Gesellschaft als Tabuthema behandelt. Gewaltstraftaten innerhalb der Familie sind entgegen weitverbreiteter Meinung keine Privatsache.

 

Definition Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt bezeichnet Gewaltstraftaten - physischer und psychischer Art - zwischen Personen in einer partnerschaftlichen Beziehung, die derzeit besteht, sich in Auflösung befindet oder aufgelöst ist (unabhängig vom Tatort, auch ohne gemeinsamen Wohnsitz). Kinder und Jugendliche, die in solchen Gemeinschaften leben, gelten hierbei als Opfer, da sie das Gewaltgeschehen miterleben.


[Definition des landesweiten Thüringer Interventionsprojektes „Wege aus der Häuslichen Gewalt“ (2001-2005)]


Quelle: http://www.thueringen.de/th7/tmsfg/familie/familienpolitik/haeuslichegewalt/landesregierung/

Koordinierungsstelle zur Prävention von häuslicher Gewalt

Aufgaben der Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt sind:

  • die Koordinierung von ressortübergreifenden Maßnahmen gegen häusliche Gewalt.
  • Umsetzung der konsequenten Intervention bei häuslicher Gewalt durch abgestimmtes, effizientes Vorgehen aller Beteiligten und konsequente Rechtsanwendung, ggf. Vorschläge für gesetzliche Reformen
  • Inverantwortungnahme von Tätern
  • Umfassende Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Opfer


Die Umsetzung der Ziele erfolgt durch:

  • Bestandsaufnahme und Dokumentation von Maßnahmen der aktuellen Arbeit aus den Praxisfeldern Frauenschutz, Polizei, Justiz, Gesundheit u. a.
  • Begleitung, Anleitung, Fortbildung und Koordination der Mitarbeiterinnen in Interventionsstellen sowie aller Berufsgruppen im Arbeitsfeld häuslicher Gewalt
  • Optimierung der bestehenden Interventionsstrategien und Entwicklung neuer Maßnahmen z.B. Einrichtung landesweiter Interventionsstellen zur Beratung von Opfern
  • Praxisbegleitung der beteiligten Berufsgruppen, Vernetzung der Kooperationspartnerinnen und -partner
  • Unterstützung regionaler Netzwerke
  • Fortbildungsangebote für Beratungseinrichtungen, Polizei, Justiz, Gesundheitswesen u.a.
  • Begleitung des landesweiten Monitoring-Prozesses
  • Service- und Ressourcenstelle für Fachpersonal aus Justiz, Polizei, Gesundheitswesen und Beratungseinrichtungen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Maßnahmen zur Gewaltprävention, hierzu zählen alle Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt im Sinne von Opfersein und Täterwerden und zwar primär-, sekundär- und tertiärpräventiv 

 

Die Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt ist wie folgt zu erreichen:
 
Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt
Werner-Seelenbinder-Str. 6
99096 Erfurt
 
Ansprechpartnerin ist Sabine Guntau
Tel.: (0361) 37 98 775
Fax: (0361) 37 98 827
sabine.guntau(at)tmsfg.thueringen.de

Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt

Karte Interventionsstellen Thüringen
Karte Interventionsstellen Thüringen

Thüringen verfügt über ein ein flächendeckendes Netz von vier Interventionsstellen.
Interventionsstellen stellen eine Ergänzung von Maßnahmen der Gefahrenabwehr bei häuslicher Gewalt dar.

„Häusliche Gewalt“ bezeichnet nicht jede Form der Gewalt, die im häuslichen Bereich ausgeübt wird, sondern meint speziell Gewalt zwischen erwachsenen Beziehungspartnern, wobei sie sowohl auf aktuelle wie auf in Trennung befindliche oder ehemalige Paare bezogen werden kann. Häusliche Gewalt wird überwiegend von Männern gegen Frauen verübt, teilweise sind auch Männer die Opfer.


Zielgruppen der Interventionsstelle sind Frauen, Männer und deren Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, vornehmlich nach einem Polizeieinsatz bzw. Anzeigen und Strafanträgen zu häuslicher Gewalt. Interventionsstellen arbeiten pro-aktiv, das heißt, sie werden von sich aus tätig, im Regelfall durch telefonische oder persönliche Beratung, ggf. auch durch aufsuchende Beratung. Das bedeutet: Nach einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt werden durch die Polizei die erforderlichen Daten und Informationen an die Interventionsstelle übersandt, wenn das Opfer damit einverstanden ist. Dafür wurde ein spezielles Fax-Blatt erarbeitet, das die Polizei an die Interventionsstelle übermittelt. Die Mitarbeiterinnen der Interventionsstelle nehmen daraufhin von sich aus unverzüglich Kontakt zu dem Opfer auf. Das kostenlose Angebot der Interventionsstelle hat kurzzeitigen Charakter und legt den Schwerpunkt auf psychische Stabilisierung und rechtliche Informationen in einer Krise. Die Betroffenen werden über ihre rechtlichen, tatsächlichen und individuellen Schutzmöglichkeiten informiert. Zur Absicherung des teilweise sehr komplexen Beratungsbedarfs erfolgt ggf. eine Vermittlung zu entsprechenden Einrichtungen, Institutionen und Beratungsstellen.

Die Interventionsstellen sind bemüht, mit allen Institutionen in der Region zusammenzuarbeiten, um schnell die erforderliche Hilfe und die geeigneten Ansprechpartner vermitteln zu können.
Die kommunalen Netzwerke gegen häusliche Gewalt werden von den Interventionsstellen-Mitarbeiterinnen teilweise initiiert, geleitet oder fachlich begleitet. Hier erfolgt eine Vernetzung der Institutionen über die Einzelfallarbeit hinaus. Arbeitsweisen werden regional aufeinander abgestimmt, um so effektiv im Bedarfsfall agieren zu können.

Kontaktdaten der Interventionsstellen

In Thüringen gibt es seit dem 1. Januar 2009 ein flächendeckendes Netz von vier Interventionsstellen für Opfer häuslicher Gewalt:

1. Interventionsstelle Mitte (Zuständigkeitsbereich PD Erfurt und PD Jena)

(Wirkungskreis: Landkreise Sömmerda, Weimarer Land, Saale-Holzlandkreis, kreisfreie Städte Erfurt, Weimar, Jena)

Interventionsstelle Erfurt
Träger:
Ev. Stadtmission und Gemeindedienst Erfurt gGmbH
Anger 12
99084 Erfurt

Tel: 0361/5416868
Fax: 0361/5416870

mail:  kontakt(at)interventionsstelle-erfurt.de
web:  www.interventionsstelle-erfurt.de

3. Interventionsstelle Südwest (Zuständigkeitsbereich PD Gotha und PD Suhl)

(Wirkungskreis: Landkreise Wartburgkreis, Gotha, Schmalkalden-Meiningen, Ilmkreis, Hildburghausen, kreisfreie Städte Eisenach und Suhl)

Interventionsstelle Hanna
Träger: Frauen helfen Frauen e.V.
Wettiner Str. 2a
98617 Meiningen

Tel.: 03693/505211
Fax: 03693/505681

mail:  ist-hanna(at)t-online.de
web:  www.interventionsstelle-hanna.de

2. Interventionsstelle Nord (Zuständigkeitsbereich PD Nordhausen)

(Wirkungskreis: Landkreise Eichsfeld, Nordhausen, Unstrut-Hainich-Kreis, Kyffhäuserkreis),


Interventionsstelle Nordhausen
Träger: Caritas-Verband für das Bistum Erfurt e.V.
Domstraße 6
99734 Nordhausen

Tel: 03631/467155
        03631/467157
Fax: 03631/434497

mail:  mayer.s(at)caritas-bistum-erfurt.de
mail:  meinert.k(at)caritas-bistum-erfurt.de

4. Interventionsstelle Südost (Zuständigkeitsbereich PD Gera und Saalfeld)

(Wirkungskreis: Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Saale-Orla-Kreis, Greiz, Altenburg, kreisfreie Stadt Gera)

Interventionsstelle Südost
Träger: Frauen in Not e.V.
Große Kirchstr. 9
07545 Gera

Tel.: 0365/5519027
Fax: 0365/5519028

mail:  ist-gesa(at)web.de
web:  www.interventionsstelle-gesa.de

Frauenzentren

Die vom Freistaat Thüringen geförderten Frauenzentren haben die Aufgabe, ein Ort der Begegnung, Kommunikation, Information, Bildung und Kultur für Frauen zu sein und ein vielfältiges Angebot an Kursen, Veranstaltungen und Seminaren zu gewährleisten. Sie sollen Beratung und Begleitung für Frauen in Krisensituationen und schwierigen Lebenslagen bieten und nach Bedarf auch Einzelberatungen ermöglichen. Zielgruppe der Einrichtungen sind Frauen.

Die Einrichtungen sollen Selbsthilfegruppen die Möglichkeit geben, sich in ihren Räumen zu treffen.

Folgende Ziele verfolgen Frauenzentren:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls der Frau
  • Abbau von Benachteiligungen für Frauen im beruflichen und gesellschaftlichen Leben
  • Motivation zur Übernahme von politischer, gesellschaftlicher und beruflicher Verantwortung
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit zur Thematik "Gewalt gegen Frauen"
  • niederschwellige Beratung und Begleitung von Frauen mit Gewalterfahrungen und in besonderen,schwierigen Lebenssituationen
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für frauenspezifische Belange
  • Gendergerechte Zukunftsperspektiven

 


Kontakt zu Frauenzentren:


>>> Hier finden Sie die Liste der Kontaktdaten zu den Frauenzentren in Thüringen. <<<

 

Frauenhäuser

Frauenhäuser bzw. Frauenschutzwohnungen gewähren jeder von psychischer, physischer und/oder von sexueller und häuslicher Gewalt bedrohten oder betroffenen Frau und ihren Kindern sowie von Stalking (Verfolgung, Belästigung durch Verehrer) betroffenen Frau Beratung (auch ambulant), Schutz und Begleitung z. B. zu Behörden und Unterstützung.

Die Mitarbeiterinnen informieren über das Hilfeangebot und zeigen Wege zur Beendigung der Gewaltprozesse auf und leisten zu jeder Zeit akute Krisenintervention. Einige dieser Frauenschutzeinrichtungen bieten eine aufsuchende Beratung an (pro-aktiv).

Dieses Angebot richtet sich auch an Angehörige, Bezugspersonen und professionelle Helfer/innen der Betroffenen.

In der Regel werden Frauenhäuser von Vereinen geführt. Sie werden durch öffentliche Zuwendungen finanziell unterstützt.

Aus Sicherheitsgründen werden die Adressen der Frauenhäuser nicht in öffentlichen Verzeichnissen publiziert.

Männern ist der Zutritt grundsätzlich nicht gestattet.

Sollten Männer von häuslicher Gewalt betroffen sein, so wird ambulant beraten und zu anderen Hilfsangeboten der Weg gewiesen.


An wen kann ich mich wenden?
Kontakt zu Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen:


>>> Hier finden Sie die Liste der Kontaktdaten zu Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen in Thüringen. <<<

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen - 08000 116 016

Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist im März 2013 gestartet. Unter der Nummer 08000 116 016 bietet es vertraulich, kostenfrei und rund um die Uhr Hilfe und Unterstützung.

Was bietet das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen?

Die Einrichtung und der Betrieb des Hilfetelefons erfolgt auf der Grundlage des Hilfetelefongesetzes. Es legt die Rahmenbedingungen und Aufgaben des Hilfetelefons verbindlich fest:

  • Das Hilfetelefon ist täglich 24 Stunden erreichbar.
  • Der Anruf ist kostenlos und die Nummer erscheint nicht auf der Telefonabrechnung.
  • Das Angebot ist barrierefrei und mehrsprachig. Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen und Gebärdendolmetscherinnen vom Hilfetelefon hinzugeschaltet.
  • Die Beratung erfolgt vertraulich und auf Wunsch anonym.
  • Neben der telefonischen Beratung gibt es eine Chat- und E-Mail-Beratung über die Webseite www.hilfetelefon.de.
  • Die Beraterinnen sind qualifizierte Fachkräfte, die Erfahrungen mit der Beratung von gewaltbetroffenen Frauen haben.

Zu welchen Themen gibt es Hilfe?

Das Beratungsangebot des Hilfetelefons umfasst alle Formen von Gewalt gegen Frauen, insbesondere Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, sexuelle Belästigung sowie Stalking, Zwangsverheiratung, Menschenhandel und Zwangsprostitution. Das Hilfetelefon berät individuell in all diesen Fällen.

Wer kann anrufen?

Das Angebot des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen wendet sich an alle Frauen, die von Gewalt betroffenen sind. Aber auch das soziale Umfeld der Frauen und der mitbetroffenen Kinder sowie Personen, die bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit der Beratung und Unterstützung oder mit Interventionen bei Gewalt gegen Frauen befasst sind und dazu Fragen haben, sind mit ihren Anrufen herzlich willkommen.

Weitere Informationen: www.hilfetelefon.de

Zuständige Organisationseinheit:

Referat 305 - Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Ihre Ansprechperson

Petra Söchting

Kontaktdaten

Telefon: 0221 3673-3800
E-Mail: petra.soechting(at)bafza.bund.de

 

Postanschrift:

Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben

Referat 305 - Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

50964 Köln